Kasachstan und das russische Altai-Gebirge

Kasachstan- so ein riesiges Land! Viel zu sehen gibt es außer der unendlichen Steppe nicht auf unserer geplanten Route von Süd nach Nord ganz im Osten des Landes. Ein paar landschaftliche Highlights gibt es an der chinesischen Grenze, aber für alles soll man eine Sondergenehmigung brauchen, die wir natürlich nicht hatten….

weite1Die Grenze war ganz problemlos- in 35 Minuten waren wir durch. 15 Tage darf man Kasachstan als deutscher Tourist visumfrei bereisen. Ein bisschen kurz für so ein großes Land- das neuntgrößte Land der Erde. Unser erster Stopp hieß Almaty. Wow – was für eine Stadt. Gleich beim Reinfahren standen wir im Stau- unser erster Stau seit Monaten… Naja, es war wohl Rush-Hour- dachten wir. Im Verlauf der nächsten Tage haben wir gemerkt, dass in Almaty immer viel los ist- Manoman, diese Stadt hat echt ein Verkehrsproblem. Ewig steht man im Stau vor einer Baustelle und links und rechts überholen alle auf den Standstreifen oder durch sonstwelche Lücken die sie finden können. Ein Chaos- als regelgewöhnter Europäer kaum zu ertragen.

Wir wohnten außerhalb der Stadt in einem Hotel, dass uns andere Reisende empfohlen hatten. Es war günstig und hatte einen großen Pool. Der war zwar als Freibad auch durch die Kasachen besucht, aber Antonia fand es toll und es war sehr heiß-  so verbrachten wir von unseren 3 Tagen in der Stadt 2 Nachmittage hier. Ansonsten suchten wir eine MAN Werkstatt, um dem Steyr endlich einen Ölwechsel zu gönnen. Die passenden Filter nachzubestellen stellte sich hier allerdings als schwierig heraus, so dass wir das Vorhaben auf Russland verschieben mussten. Am Abend gingen wir Essen – es gibt tolle, megamoderne Restaurants in der Stadt, in denen man sogar echten Sprizz trinken kann – den Ersten seit Venedig – Christina war sehr glücklich. Außerdem waren wir shoppen in einem megariesigem Shopping-Center, das so groß waren, dass es sogar einen eigenen Streichelzoo gab.

almaty1Sprich, wir haben Vieles gemacht, was wir den letzten Monaten so gar nicht gemacht hatten und das haben wir so richtig genossen. Von Almaty haben wir sonst nicht allzuviel gesehen.

Beim Verlassen der Stadt sahen wir den beigen MAN von Heike in Markus auf einem Parkplatz stehen und freuten uns über das Wiedersehen. Kurzerhand entschlossen wir uns zusammen den Weg durch Kasachstan bis nach Barnaul in Russland zu fahren, da die Beiden ebenfalls nach einer Werkstatt suchten.

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Es waren gut 1200km bis zur russischen Grenze zu fahren- am Anfang stimmte uns die komplett neue Straße aus Almaty raus optimistisch, dass das kein Problem sein würde. Warum man auf dieser zweispurigen, autobahnähnlichen Straße nur 50km/h fahren durfte, machte uns schon stutzig. Nach ca. 100km endete leider der Asphalttraum und von da begleitete uns eine schlaglochübersähte Piste, die mal schlecht, mal sehr schlecht zu fahren war. Es war grausam.

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Es folgten lange Fahrtage, an denen wir dann doch nur max. 300km schafften. Unterbrochen wurde das einerlei der Landschaft durch sehr wenige Dörfer und ungewöhnlich viele Friedhöfe, die mit ihren eigenartigen ummauerten Gräbern und Grabsteinen mit Bildern der Verstorbenen in der kargen Landschaft sehr merkwürdig wirkten.

Wir waren an zwei tollen Seen, am Stausee Kapschaghai hinter Almaty und am Alaköl, an dem wir 2 Tage pausierten, lecker kochten und bei perfektem Wetter badeten. Es war wie ein kleiner Urlaub und eine willkommene Abwechslung auf dem „roadtrip“.

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baden

Ansonsten stellten wir uns Abends irgendwo ins nirgendwo abseits der Straße und ließen die Tage ruhig ausklingen. Es war immer sehr schön und menschenleer.

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nacht1Nach 8 Tagen on the Road- nach 10 Tagen im Land- erreichten wir die russische Grenze und verließen Kasachstan und damit auch die „Stans“.

 

Wieder war die Grenze nach Russland unproblematisch. Außer, daß der Kinderpaß von Antonia den Russen anscheinend unbekannt war- sie machten Fotos und telefonierten und wirkten ein bisschen ratlos. Unsere Nachfrage, ob es ein Problem gäbe, verneinten sie vehement und nach 10 Minuten Verzögerung konnten wir einreisen.  Das gleiche Problem hatten wir dann bei der Ausreise und auch bei der Einreise in die Mongolei. Es schien unbekannt zu sein, dass der Kinderpaß anders aussieht. Aber ganz genau haben wir das auch nicht verstanden.

Als erstes wollten wir in Barnaul- 200km hinter der Grenze gelegen- in einer Werkstatt  einen Ölwechsel machen lassen. Außerdem war uns auf den letzten Metern vor der Grenze, der bereits in Türkei geflickte Auspuff, endgültig abgebrochen. Wir hatten bereits über die Werkstatt in Almaty mit den Kollegen der MAN Vertragswerkstatt in Barnaul Kontakt aufgenommen- und waren zu unserem Glück auf Alexander gestoßen, der jahrelang in Deutschland gelebt hatte und perfekt dolmetschen könnte. Zudem war er sehr hilfsbereit auch alles andere in Barnaul für uns zu organisieren. So wurde ein riesiger LKW Teileshop besucht und auch sämtliche Taxifahrten telefonisch organisiert und preislich verhandelt. Wir bleiben 2 Tage bis alles fertig war- bis dahin waren 10-12 Mann 8h am Tag mit den beiden Autos beschäftigt. Der zu bezahlende Preis war wirklich günstig, wenn man bedenkt, was ein derartiger Aufwand in Deutschland gekostet hätte

Jetzt wollten wir aber ins russische Altai Gebirge, von dem wir gehört hatten,dass es sehr schön sein soll und vorallem der östliche Teil touristisch unerschlossen und wunderbar ruhig.

steyr2In den ersten 2 Tagen sahen wir für unsere Verhältnisse sehr viele Touristen- natürlich nur Russen- die Landschaft war schön- bergig mit viel dichtem Wald, dazu meist irgendein reißender Fluss der die Straße begleitete.

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Aber gerade als es spektakulärer wurde, die Berge höher, die Menschen weniger- wurde das Wetter schlecht und bei Nebel und Regen fuhren wir durchs Altai und sahen: fast nichts außer der perfekten Straße.

wetterErst am letzen Tag, als wir schon fast an der mongolischen Grenze waren wurde das Wetter wieder schön und es ließ sich erahnen was für eine spektakulär schöne Landschaft wir in den letzten Tagen durchfahren hatten.

landschaft6landschaft1landschaft3Die Sonne und Wärme war zwar zurück- aber für uns hatte nun der Herbst begonnen. Das Licht war anders, die Sonne stand tiefer und die Nächte blieben kühl. So verließen wir Russland und fuhren in die Mongolei- dem östlichsten Ziel unserer Reise……

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