gen Süden…

Seit nun zwei Wochen unterwegs und noch immer irgendwie im Urlaubsmodus. Vielleicht fühle ich mich ein bisschen weniger gehetzt – bloß ja noch alle Ziele zu erreichen, die man von zuhause für diese Zeit geplant hatte, aber es kommt wie immer – sobald man unterwegs ist, kommen ‚Hunderte‘ neue Eindrücke und Ziele dazu und man fängt an anders zu planen, zu improvisieren. Das Reisen beginnt. Ansonsten fühlt es sich nicht groß anders an, wir waren ja oft schon ähnlich unterwegs, im Land Rover und im Steyr, im Urlaub, in Europa. Nur der kleine befreiende Gedanke im Kopf, dass dies erst der Anfang ist, der ist neu und bringt uns immer wieder zum Grinsen. Es ist ein breites Grinsen…

Nur das Tagesbudget, dass wir uns vorher errechnet hatten, langt hier in Italien und Griechenland bislang gar nicht. Hätte man sich denken können, Campingplatzgebühren, viele nette Cafés und Plätze in Venedig und Tirol, Tavernen am Meer in Griechenland. Aber zumindest eine Tendenz ist da, wir können endlich auch mal frei stehen und somit den Durchschnitt verbessern und auch die Gebühren für Stellplätze, wenn notwendig, werden deutlich günstiger.

Einen kleinen Einsatz in Reparaturarbeiten hatten wir jetzt schon, eine Schublade, die immer als ungünstig gelöst empfunden wurde, machte sich selbstständig und die Auszüge rissen aus. Kleine Ursache, großer Zeiteinsatz…sage und schreibe fast ein ganzer Tag ging vor Venedig drauf, um neue Auszüge in entsprechender Qualität mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besorgen. Zumindest bruchstückhafte Sprachbrocken konnten einem hier weiterhelfen. Dass der einzige Baumarkt in der näheren Umgebung gerade umbaute und so kein Verkauf stattfand, konnte ja keiner wissen…nur gut, das wir eh ein paar Tage auf unsere Fähre warten mussten.

Die restlichen Tage in Venedig waren wunderschön – wir ließen uns im immerwährenden Touristenstrom mittreiben. In die Warteschlangen vor dem Dogenpalast und der Basilica reihten wir uns aber nicht ein, sondern genossen den Frühling und das gesamte Flair der Lagunenstadt.

Schließlich ging es dann mit der Fähre problemlos nach Igoumenitsa/Griechenland. Obwohl eigentlich anders geplant, und nun fast zufällig, dass wir von Venedig ablegten, fand ich es nun doch sehr schön, dass wir unser Seidenstrassenabenteuer an diesem historischen Ort beginnen.

In Griechenland ist Vorsaison, mit dem großen Vorteil, dass es total leer ist. Immer sind wir die Ersten und Einzigen- am Strand, beim Wildstehen an den besten Plätzen, sogar im Restaurant. Der Nachteil ist, fast alles hat geschlossen – viele Hotels, Cafés, die Touristeninformation… Alles liegt im Winterschlaf, oder wird grad repariert, aufgebaut, aufgeräumt. Irgendwo sehen wir immer ein Feuer, wo irgendjemand seine Berge von altem Laub und abgeschnittenen Ästen verbrennt. Man hat das Gefühl, alle rüsten sich hier für den großen Ansturm.

Die Campingplätze haben fast alle noch geschlossen, oder sie öffnen genau für uns  und wir stehen dann ganz alleine am besten Platz vom ganzen Platz. Das Warmwasser wird angedreht und wir beobachten wie die Besitzer um uns herum alles herausputzen für die Touristen die noch kommen. Komisch ist das irgendwie…. Doch eigentlich genießen wir die Ruhe. Im Sommer muss es hier an Griechenlands Westküste am ionischen Meer sehr sehr voll sein – gemessen an den vielen, noch verrammelten Hotels, Pensionen und ausgeschilderten Rooms to Rent sowie an der Menge der Werbetafeln…

Im Moment jedoch herrscht hier eine besondere, entspannte Stimmung – alle scheinen sich von der Touristenflut der letzten Saison erholt zu haben und freuen sich auf den kommenden Sommer, der für uns schon begonnen hat. So bleibt in den Pausen zwischen Malerarbeiten und Neuverputzen auch immer wieder Zeit für ein Schwätzchen mit den einzigen Gästen und wir bekommen fantastische Tips für tolle Stellplätze und Sehenswürdigkeiten. Antonia kommt auch nicht zu kurz, alle sind sehr kinderfreundlich. Komischerweise bekommt sie desöfteren frische Eier von eigenen Hühnern geschenkt, die sie stolz präsentiert.

Wir verlassen Levkada nach ein paar Tagen und machen uns auf in Richtung Meteora Klöster….

4 Gedanken zu “gen Süden…

  1. Hallo ihr 3….
    wenn ich das so höre, könnten wir sofort in unser geliebtes Griechenland fahren. So warten wir noch bis zum Herbst und können es dann in der Nachsaison genießen. Euch noch viel Freude bei den Klöstern und auf der immer orientalischer werdenden Strecke in die Türkei.

    Liebe Grüße aus Scharbeutz

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